Eine Weihnachtsgeschichte: Prolog

Ich schlenderte den langen Gang entlang und hörte dabei zu, wie meine Schulsohlen auf dem Boden quietschten. Eine Putzkraft kam mir entgegen und nickte mir zu, also nickte ich ihr freundlicherweise zurück. Ein Haar wehte mir ins Gesicht und mit einer automatischen Bewegung fuhr ich mir mit meiner rechten Hand durch mein braunes Haar. Allmählich wurde es mir auch heiß in dem Gebäude und ich fing zu schwitzen an. Also riss ich mir meine Winterjacke vom Leib, ehe ich an mein Ziel ankam. Ein selbstgestrickter grüner Pullover kam darunter zum Vorschein, der mich in dem kalten Winter schön warm hielt. Ich bekam ihn von meiner Oma mütterlicherseits erst vor kurzem zum 19. Geburtstag geschenkt. Meine Oma strickt mir jedes Jahr aufs Neue einen Pullover und meine Mum zwang mich dazu, sie auch zu tragen, vor allem dann, wenn meine Oma so wie heute zu Besuch kam. Unter dem Pullover trug ich noch ein weißes Shirt, damit der Strickpullover nicht so an meinem Körper kratzte. Meine Beine – und auch meine Genitalien – wurden von einer blauen Jeans überdeckt. Eine Melodie erklang aus meiner Hosentasche, gefolgt von einer Vibration. Ich blieb kurzfristig auf der Stelle stehen, zog mit meiner rechten Hand mein Handy heraus und ging ran. „Ja hallo, Lukas Hader hier.“ Ich hörte der Stimme am anderen Ende der Leitung zu. Irgendwann sagte ich: „Machen sie sich darüber keine Sorgen, ich und meine Freunde haben bereits alles in die Wege geleitet. Morgen kann es losgehen. Tut mir leid, aber ich muss sie leider abwürgen. Ich bin gerade im Krankenhaus, aber wir sehen uns morgen ja, dann besprechen wir alles weitere. Auf Wiedersehen!“ Ich steckte mein Handy zurück und setzte meinen Weg fort. Irgendwo hier musste es eigentlich sein. Ich blickte einmal nach rechts und dann nach links, ehe ich die Zimmernummer 314 auf einem kleinen silbernen Schild las, dass an der Tür angebracht war. Ich war an meinem Ziel angekommen. Ich atmete einmal tief durch und versuchte cool, gelassen und fröhlich rüberzukommen, ehe ich zweimal an der Tür klopfte.

geschrieben von Skystar

Kapitel 1: 1. Advent, das erste Lichtlein brennt

Ich trat langsam und leise durch die Tür und erspähte meinen besten Freund, der in seinem Krankenbett lag und zum Fenster hinausblickte. „Da siehst du nichts, außer graue Wolken.“, sagte ich zu ihm und begrüßte ihn freudestrahlend. Auch in seinem Gesicht zauberte sich ein Lächeln, als er mich sah und ich ihn sanft und freundschaftlich umarmte...

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Kapitel 2: Nikolaus

„Ich kann nicht mehr!“, jammerte mir meine beste Freundin nun schon zum neunten Mal ins Ohr. „Lass uns für heute Schluss machen Lukas. Ich hab schon Blasen an den Füßen und kalt ist mir zudem auch noch. Die nächsten Wochen haben auch noch Freitage, sofern der Maya-Kalender sich nicht um ein paar Jahre verschätzt hat und die Welt doch noch untergeht.“

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Kapitel 3: 2.Advent, das zweite Lichtlein brennt

Es herrschte eine ruhige und harmonische Atmosphäre in unserem Clubhaus, obwohl es mit Menschen von der Straße überfüllt war, die keine Ahnung hatten, wo sie etwas zu Essen herbekamen, oder sich schlafen legen konnten. Doch beide Dinge konnten sie hier, denn dafür riefen die Mitglieder dieses Clubs die Aktion „Menschen in eisiger Not“ ins Leben.

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Kapitel 4: 3.Advent, das dritte Lichtlein brennt

Meine Schwester rührte nachdenklich in ihrer Müslischüssel rum, ohne auch nur einen Happen davon zu nehmen. Vermutlich dachte sie gerade wieder an ihren Freund Christoph, der ein Semester in Amerika absolviert. Meine zwei kleinen Geschwister tuschelten ganz aufgeregt miteinander, als ob sie etwas ausheckten und meine Eltern… na die stritten sich mal wieder. „Wolfgang hast du die Stromrechnung eigentlich bezahlt?“, fragte meine Mutter im leicht hysterischen Unterton.

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Kapitel 5: 4.Advent, das vierte Lichtlein brennt

„Wenn du noch länger damit wartest, dann seid ihr alt und grau und sitzt beide ohne Gebiss im Altersheim.“, sagte meine Schwester Lena zu mir, nachdem das Thema Outing wieder zur Sprache kam. Ich hatte es immer noch nicht geschafft, mich vor Julius zu outen. Wieso fiel mir das nur so schwer?

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Kapitel 6: Heiligabend – Stille Nacht, wundersame Nacht

Ich lag seelenruhig auf meinem Bett, mit dem Gesicht zur Decke gewandt, als mein Handy auf dem Nachtkästchen zu vibrieren begann. Ein Anruf von Lexi. Es war Heiligabend, also wollte ich höflich sein und ging ran, auch wenn mir alles andere als reden zumute war. „Hey Lukas. Wie geht es dir?“, fragte sie mich das Übliche und ich murmelte ihr etwas entgegen.

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Epilog

Doch etwas anderes beschäftigte mich aktuell viel mehr. Wo war Jack abgeblieben? Ich wollte mich bei ihm für seine Unterstützung danken. Ich suchte den ganzen Saal nach ihm ab, doch von ihm fehlte jede Spur.

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