Eine neue Weihnachtsgeschichte

Prolog: „Last Christmas“

„Ich wünsche ihnen allen einen wunderschönen Abend. Ich befinde mich hier heute im berühmten Clubhaus der „Community of Dreaming Artist“ – kurz CODA genannt. Dieses Clubhaus wurde vor über sieben Jahren gegründet und hat sowohl Höhen als auch Tiefen überlebt. Mein Name ist Eva Cassidy vom Radiosender „TripleLive“ und habe nun die Ehre, mit einem Mitglied der CODA zu sprechen, der bereits viel für den Club und deren Menschen unternommen hat. Bitte begrüßen sie alle mit mir: Lukas Hader!“ Die Radiomoderatorin hielt für einen kurzen Moment inne und ich begrüßte alle Zuhörer durch ein Mikrofon, das vorher an mir angebracht worden war. Dann stellte Miss Cassidy ihre erste Frage an mich: „Lukas, wie alt bist du aktuell?“
„Ich bin vor ein paar Wochen zwanzig Jahre alt geworden.“, antwortete ich höflich.
„Was waren deine Beweggründe, der CODA beizutreten?“, fragte Miss Cassidy weiter.
„Das dürfte in meinem ersten Semester gewesen sein, also vor gut über einem Jahr.“, sagte ich und erinnerte mich zurück an die damalige Zeit. „Meine zwei besten Freunde und ich gingen schon zusammen zur Schule und hatten auch dieselben Interessen. So kam es, dass wir auch dasselbe studieren wollten. Lexi, meine Freundin, überredete uns schließlich dazu diesem Club beizutreten, da hier so viele tolle Menschen seien und wir Gutes bewirken könnten.“
„Und ihr habt wahrlich Gutes geleistet.“, pflichtete die Radiomoderatorin mir bei. „Letztes Jahr habt ihr Obdachlosen Schutz vor der Kälte geboten, indem ihr ihnen ein Dach über den Kopf und warmes Essen geschenkt habt. Das zeigt deutlich, dass Sozialverhalten ganz vorne bei der CODA steht.“
„Ja, das war letztes Jahr zu Weihnachten. Ich hab davon schöne Erinnerungen, aber auch weniger schöne…“, sagte ich mit einem Lächeln im Gesicht, das zugleich von Trauer geplagt wurde.
„Ist denn auch etwas Schlimmes vorgefallen?“, fragte Miss Cassidy vorsichtig nach.
„Mein guter Freund Julius… er wurde schwer krank und musste ins Krankenhaus. Für eine kurze Zeit dachte ich, ich würde ihn wirklich verlieren, aber zum Glück ging alles gut und ich konnte mit ihm an Heiligabend zusammen sein.“
Miss Cassidy setzte ein verschmitztes Lächeln auf. „Wenn ich mir die Bemerkung erlauben dürfte, das klingt beinahe so, als würde dein Freund dir sehr viel näher stehen.“ Ich machte ein überraschtes Gesicht. „Es ist okay, wenn du nicht darüber reden willst, ich dachte nur, denn es wäre völlig in Ordnung wenn zwischen euch Beiden mehr laufen würde, denn schließlich sind die Gründer der CODA ebenfalls homosexuell und sogar verheiratet. Grüße übrigens an die Zwei, die heute leider nicht hier sein können!“
„Es ist nicht so, dass ich nicht darüber reden möchte, aber Julius und ich waren schon immer nur gute Freunde. Ich hege also keine tiefer gehenden Gefühle für ihn, auch wenn er gut aussieht, dass gebe ich zu. Zudem gab es damals einen ganz anderen Jungen, der mir Herzklopfen bereitet hat.“
„Dürften die Zuhörer und ich auch den Namen dieses Verehrers erfahren?“
„Jack. Sein Name war Jack!“, antwortete ich mit einem traurigen Lächeln und Erinnerungen an den Geist von Weihnachten kamen in mir hoch. Ich vermisse Jack… und ich hoffe sehr, dass ich ihn dieses Weihnachten endlich wieder sehe!

geschrieben von Skystar
zum Kapitel 1
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