Eine neue Weihnachtsgeschichte

Epilog: „Believe“

Ein eiskalter Wind zog durch den Himmel, als eine ganz besondere Schneeflocke auf die Erde fiel. Die Schneeflocke schwang hin und her, bis unter ihr die ersten Häuser und Bäume zu sehen waren. Doch blieb sie an keinem davon haften, sondern fiel weiter bis hin zum Boden, wo sie vor den Füßen eines Jungen liegen blieb. Der Junge trug einen blauen Pullover und dessen Haar war so weiß wie die Schneeflocke vor seinen Füßen. Der Junge stand im Schutze eines Baumes, wo ihn keiner sehen konnte. Doch er war nicht allein. Ein Klang ertönte. Es war nicht der Wind, auch nicht das Geräusch eines heranfahrenden Autos oder der Klang süßlicher Singstimmen, die man heute überall aus den Häusern vernahm. Es war der Klang eines kleinen Glöckchens.
„Du konntest es einfach nicht lassen oder?“, fragte der Klang des Glöckchens, dass in einem Meer von funkelnden Sternen die Gestalt eines kleinen Mädchens annahm.
„Ich musste ihn einfach wieder sehen.“, meinte der Junge daraufhin zu dem Mädchen.
„Jack…, du hast ihm letztes Jahr den Kopf so stark verdreht, dass er vor ein paar Tagen beinahe das Zeitliche gesegnet hätte.“, sagte das kleine Mädchen erbost.
„Ich habe ihn doch gerettet. Ohne mein Zutun, wäre das Auto niemals von der Fahrbahn abgekommen. Durch meine Kräfte habe ich ihn beschützt!“, erwiderte Jack selbstbewusst.
„Ohne dein Zutun, wäre er gar nicht erst in diese Lage geraten.“, erwiderte das Mädchen daraufhin.
„Ach lass mich doch in Ruhe Schneeglöckchen…, oder soll ich dich jetzt Bell nennen?!“ Jack wandte sich an das Mädchen, das gleich hinter ihm stand. Es war dasselbe Mädchen, um das sich Lukas Oma im Shopping-Center gekümmert hat, weil es angeblich ihre Eltern aus den Augen verloren hatte.
„Ich soll dich in Ruhe lassen? Du warst es doch, der mich darum gebeten hat, ein Auge auf den Jungen zu werfen!“ Bell warf Jack einen schuldbewussten Blick zu. „Und du warst es auch, der mich darum gebeten hat, ihm wegen dem Rätsel auf die Sprünge zu helfen, damit er sich neu verlieben konnte. Wenn du mich fragst, ist dein heißgeliebter Lukilein ein ziemlicher Hohlschädel!“
„Ach sei doch still!“, befahl Jack der kleinen Bell und bewarf sie mit einem Schneeball, der jedoch an ihr abprallte und nur den Klang eines Glöckchens hinterließ.
„Du bist selbst schuld, Jack!“, meinte Bell kurz darauf. „Alle Jahre wieder kommst du auf die Erde nieder und versuchst Wunder zu bewirken. Doch letztes Jahr hast du dich dabei Hals über Kopf in diesen Knaben verknallt. Doch dich in ein menschliches Wesen zu verlieben, ist dir untersagt und das weißt du. Dir ist schon einmal dieser Fehler unterlaufen und du lernst einfach nicht dazu.“
„Jetzt ist doch alles gut.“, sagte Jack sanft. „Lukas hat sein Glück letzten Endes doch noch gefunden. Er muss nie wieder alleine sein… und vermissen wird er mich nun auch nicht mehr.“
Bell warf Jack einen skeptischen Blick zu. „Aber du wünschtest dir, dass er auch weiterhin an dich denkt, habe ich Recht?“
„Was ich mir wünsche ist nicht von Belang. Letztes Jahr hab ich ihm den Wert vom Glauben vermittelt und nun fange ich zu glauben an. Ich glaube ganz fest daran, dass wir uns eines Tages wieder sehen werden. Doch nun wird es Zeit zu gehen.“ Jack sah zum Himmel hinauf und kurz darauf waren nur noch Schneeflocken an seiner statt zu sehen. Auch die kleine Bell verschwand wieder und wer genau hinhörte, der konnte in dieser Weihnachtsnacht ein himmlisches Glöckchen hören.

geschrieben von Skystar
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