BlackLivesMatter: Wir benennen unsere git branches um

BlackLivesMatter (BLM) hat eine erneute Rassismusdebatte losgetreten – nicht nur in der Polizei. In der Vergangenheit fand bereits bei Begriffen wie "Schaumkuss" und "Paprikasauce ungarischer Art" ein Sprachwandel statt. Doch nun ist ein anderer Bereich in den Fokus geraten: Wir ITler aus dem Boypoint-Team können uns diesmal an die eigene Nase fassen. Auch wir verwenden Begriffe, die nun für problematisch gehalten werden.

Folgende Umbenennungen wurden vorgeschlagen:

Herkömmlicher Begriff Neuer Begriff Begründung Quelle/Vorschlagsursprung
Blacklist/Whitelist Allowlist/Denylist Rassismus Twitter
master-Branch
  • main
  • trunk
Siehe master/slave

Aber auch Diskriminierung in anderen Bereichen soll in diesem Atemzug umgangen werden:

Herkömmlicher Begriff Neuer Begriff Begründung Quelle/Vorschlagsursprung
master/slave
  • primary/secondary
  • main/replica or subordinate
  • initiator/target
  • requester/responder
  • controller/device
  • host/worker or proxy
  • leader/follower
  • director/performer
  • source/replica
Verherrlichung von Sklaverei
Man hours
  • person hours
  • engineer hours
Sexismus Twitter
  • gendered pronouns (e.g. guys)
  • gendered pronouns (e.g. he/him/his)
  • folks, people, you all, y’all
  • they, them, their
Sexismus/Cisnormativität Twitter
grandfathered legacy status Altersdiskriminierung Twitter
dummy value
  • placeholder value
  • sample value
Behindertenfeindlichkeit Twitter

Warum tun wir das? Betrifft uns das überhaupt?

Wir privilegierten Menschen übersehen es oft, aber mit klitzekleinen Bemerkungen verletzen wir im Alltag manchmal marginalisierte Mitmenschen. Sozialpsychologen nennen das "Mikroaggression". Studien zu genderneutraler Sprache belegen beispielsweise, dass Sprache unser Denken beeinflusst. Das heißt, solange wir an diskriminierenden Begriffen festhalten, relativieren und legitimieren wir besagte Mikroaggressionen. Ändern wir aber unsere Sprache, ändert sich auch unsere Sichtweise auf das Thema. Kritiker der oben beschriebenen Umbenennungsaktionen merken an, dass solche Gesten und Worte nett seien, aber keine politischen Lösungen herbeiführen. Die Kritik ist nicht von der Hand zu weisen, allerdings wird hier der Aspekt außer acht gelassen, dass kollektiv als Gesellschaft ein sprachlicher Wandel und somit ein Paradigmenwechsel herbeigeführt werden kann.

Was hat das mit mir zu tun?

Wenn du zu uns ins Team kommen willst, bist du vorbereitet, aber auch für Nutzer, die sich nicht hinter den Kulissen bei Boypoint engagieren, ist dieses Thema von Interesse: Wir als Team zeigen unsere Solidarität mit BlackLivesMatter und BIPoc indem wir ebenfalls unsere git branches umbenennen und unsere Dokumentation dementsprechend anpassen. Du gehörst zur weißen Mehrheit? Schön für dich, aber als Junge, der auf andere Jungs steht, gehörst du nun mal einer marginalisierten Gruppe. Genauso wie du nicht wegen deiner sexuellen Orientierung diskriminiert werden willst, solltest du das auch Menschen wegen anderer Marginalisierungsgründe (Alter, Geschlecht, Hautfarbe, etc.) zugestehen. Darum schauen wir über den Tellerrand und stellen uns klar gegen Diskriminierung.

geschrieben von Zuri am 21.02.2021
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