CSD in Düsseldorf - Mehr politische Veranstaltung als Party
Der diesmal erstmalig in Düsseldorf stattfindende CSD hatte für die Besucher vor allem politische Botschaften zu bieten,
als den vom Kölner CSD vielleicht gewohnten Kommerz-Flair.
Dies wurde nicht unerheblich dadurch unterstützt, daß Ordner dabei beobachtet wurden, wie sie den Wagen
die Anweisungen gaben, die Musik etwas leiser zu drehen und insbesondere auch nicht mit Gegenständen zu werfen.
"Hier darf kein Dreck liegen bleiben, nichts werfen, nein auch keine Kondome." Also mußten alle
Präsente der Aufklärung und des Marketings wenn überhaupt persönlich überreicht werden.
Politisches
Man mag von der Regierung halten, was man will, doch die Abstinez der CDU viel doch stark ins Auge - sicherlich
kein Zufall, möchte der Oberbürgermeister doch die Stadt gesäubert wissen, was vielleicht auch die
für CSD-, Loveparade- und Karnevalkenner groteske Haltung der zuständigen Ordner erklären könnte.
Die Desinformationspolitik der zugehörigen Webseiten hat sicherlich ein übriges dazu beigetragen, daß das Publikum sich
überschaubar entlang der Paradestrecke verteilte.
Den ganzen Unannehmlichkeiten zum Trotz waren dennoch für jeden Geschmack erfreuliche Anblicke der Besucher
und Teilnehmer vertreten. Gedenkt man den Anfängen des Kölner CSD mit geradeeinmal 4 Wagen, so ist sicherlich
auch in Düsseldorf eine Menge Potential, welches es noch zu erschließen gilt, wenn sich Sponsoren außer den Parteien
und der LTU finden lassen.
Und sonst...
Die Strecke war durch die Einkaufspassage von Düsseldorf und entlang von einigen Restaurants eigentlich sehr schön
gelegen, bei mehr Publikum oder Teilnehmern hätte sich da jedoch leicht eine problematische Situation
entwickeln können - teilweise war nicht genug Platz für einen Kinderwagen zwischen CSD-Wagen und Restaurant-Tisch.
Für einige Wirte, die extra Bierfäßchen aufgebaut hatten, kam der geringe Zuspruch wohl auch überraschend,
doch warum sollte es gerade Gastwirten während einer Konjunkturflaute besser gehen, als dem Rest der Bevölkerung -
Schwule sind doch auch keine Goldesel.
Glück hatte man auch in Bezug auf das Wetter, denn es war trocken und so konnten die Abschlußfeierlichkeiten
und Kundgebungen auf dem Veranstaltungsplatz ungestört und mit echter Partystimmung, die durch reichlich
Cockails und andere Getränke getragen wurde stattfinden.
Hoffentlich wir der CSD in Münster wenigstens genauso gut. Und der in Sprockum-Hövel.
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