Teil 2 des Kondom Reports
Vom Leinensäckchen zum Gummitütchen - Die Geschichte des Kondoms
Schon seit der Antike gibt es Kondome. Damals stand natürlich klar die
Verhütung von Schwangerschaften im Vordergrund. Die ersten „Kondome”
waren Leinensäcken oder ähnliches. Sogar aus Tierdärmen und Leder wurden
die ersten „Kondome” hergestellt. Vom sagenhaften König Midas ist
überliefert, er habe Kondome aus Ziegenblasen verwendet.
Der italienische Arzt Fallopio verwendet um 1554 getränkte Leinensäcke als
Schutz vor Krankeiten beim Verkehr gegen die ansteckende Syphillis, die Seefahrer aus
Amerika mitbrachten.
Doch ihre Wirkung war sehr zufallsabhängig. Das Beispiel Giacomo Casanovas zeigt,
dass dieser Schutz nicht sehr tauglich war. Zu seiner Zeit sind Kondome noch von Hand
gefertigt, die Luxusausführungen werden mit Samt und Seide gefüttert. Sie
werden selbstverständlich mehrfach benutzt, zwischendurch getrocknet und wenn
nötig mit Knochenleim und Tierdarm sorgfältig repariert. Obwohl auch er in
seinen Büchern von verschiedenen Verhütungsma?nahmen berichtet, starb der
berühmteste Liebhaber aller Zeiten doch elendig an Syphilis.
Woher der Name Kondom kommt, ist nicht eindeutig zu klären. Es soll am Hofe des
englischen Königs Charles II. (1660 - 1685) einen Arzt namens Dr. Condom gegeben
haben, der der Namensgeber für das Verhüterli gewesen sein soll. Er empfahl
damals Kondome aus Hammeldärmen und wurde dafür zum Ritter geschlagen.
In einer zeitgenössischen Quelle hei?t es dazu:”ein Bollwerk gegen die Lust
und ein Spinnweb gegen die Gefahr ”
Da Kondome damals der Schwangerschaftsverhütung dienten, waren sie von Staat und
Kirche gleicherma?en geächtet, da ein widernatürlicher Eingriff in Gottes Plan
abgelehnt wurde. Leider hat sich diese Haltung in der katholischen Kirche bis heute gehalten.
Allerdings wurden die Kondome wegen ihrer Unzuverlässigkeit und ihres hohen Preises
zur damaligen Zeit kaum verwendet.
Dies änderte sich erst mit der Erfindung der Vulkanisation des Gummis im Jahre 1843.
Charles Goodyear macht den Pflanzensaft Kautschuk dauerhaft elastisch. Er entwickelte
dieses Verfahren und produzierte zunächst Autoreifen. 1855 stellt er das erste
Gummi−Kondom her. Es hatte noch eine Längsnaht und eine Wandstärke
von 1−2 mm. Julius Fromm perfektionierte die Kondomproduktion, indem er Glaskolben
in die Rohgummilösung tauchte. Mit dieser Technik gelang es ihm, hauchdünne
Kondome mit Reservoir ohne eine Naht herzustellen. Im Jahre 1919 stellte Julius Fromm
erstmals maschinell gefertigte Kondome her.
Die modernen Kondome werden noch bis heute aus Latex, dem Milchsaft des Kautschukbaumes
hergestellt. Heute gibt es aber auch andere künstliche Stoffe, aus denen Kondome
gefertigt werden.
Im Tauchverfahren werden sie auf Glas− oder Porzellanformen hergestellt. Durch Zugabe
von Schwefel und verschiedenen anderen Zusätzen werden die fadenförmigen
Markomoleküle des Kautschuks unter Hitze zu elastischem Gummi vernetzt.
Kondome sind heute das am häufigsten verwendete Verhütungsmittel. Im Jahre 2000
wurden über 200 Millionen Kondome verkauft.
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