Litauen: Linas & Simona „What´s happened to your love?”
Entweder man liebt es oder man hasst es. Dazwischen gibt es wenig. Ein Lied wie
Bayern München eben... Die Litauer waren letztes Jahr gesperrt, nachdem Aivaras 2002
Vorletzer wurde. Ich will den beiden ja nix böses, aber dieses Lied gehört nun
wahrlich in kein ESC−Finale.

Kroatien: Ivan Mikulic „Dajes mi krila”
Nette Schmusi−Schmusi−Balkan−Ballade. Auf englisch heißt das
ganze „You are the only one”. Aber Ivan wird möglicherweise singen
„You were my only love”. Wie auch immer: das Lied gefällt. Aber ob
das reicht, bleibt abzuwarten. Könnte überhört werden.
Albanien: Anjeza Shahini „The image of you”
Die Albaner nehmen zum ersten Mal teil, nur so ist es zu erklären, dass
sämtliche Lieder bei der Vorentscheidung über die Normlänge von
3 Minuten hinausgingen. Anjeza Shahini hat ihr Stück um fast zwei Minuten
gekürzt, hörbar ist es immer noch. Ein moderner Titel, wenn da nur die
nervtötende Stimme nicht wäre.

Slowenien: Platin „Stay forever”
Das Duo erntete bei der Vorentscheidung Pfiffe und Buhrufe. Warum sie trotzdem
gewählt wurden, ist ein Rätsel. Das Lied ist nicht schlecht, aber mit der
Zeit ziemlich langweilig. Klingt nach ABBA im Delirium.
Zypern: Lisa Andreas „Stronger every minute”
Toller Nachname, auf jeden Fall! Dafür gibt’s von mir einen Anruf. Aber die
blutjunge Engländerin (!), die die Vorentscheidung haushoch gewann, wird garantiert
mehr Anrufe bekommen. Ihre Ballade kommt zwar ohne Höhepunkt aus, nimmt einen aber
irgendwie gefangen. Könnte aber in der Fülle schneller Lieder im Semifinale
untergehen.
FYROM (Mazedonien): Tose Proeski „Life is...”
Das mazedonische Fernsehen rechnet fest mit einem Sieg, die englischen Buchmacher
hingegen sehen Tose Proeski weit hinten. Da wird er auch landen, da nur der Refrain
einprägsam ist. Alles andere genügt nicht internationalen Ansprüchen.
Aber da im Semifinale viele Balkan−Staaten vertreten sind, könnte FYROM
viele Punkte bekommen.
Estland: Neiokoso „Tii”
Für alle, die des estnischen nicht mächtig sind: „Tii”
bedeutet „Straße”. Ein Lied, das an den zweiten Platz der Belgier
„Urban Trad” aus dem letzten Jahr anknüpft, aber keineswegs abkupfert.
Die Gruppe Neiokoso besteht seit vielen Jahren, macht überwiegend Folklore, und
hatten nur wenig Mühe, die Vorentscheidung zu gewinnen. überstehen sie die Quali,
ist alles möglich.

Dänemark: Tomas Thordarson „Shame on you”
Gutes Stück, das die Quali wohl unbeschadet übersteht. Müssen sie auch,
weil aus Dänemark immer viele Punkte für Deutschland kommen. Die fielen letztes
Jahr aus, weil die Dänen nicht dabei waren. Malene Mortensen belegte nämlich 2002
mit 7 Punkten (alle aus Schweden) den letzten Platz. Tomas ist schwul, ist seit fünf
Jahren verheiratet, outete sich aber erst einen Tag nach der Vorentscheidung. Seitdem
kennt seine Beliebtheit keine Grenzen. Dänemark rechnet am Mittwoch mit
Rekord−Einschaltequoten.
Weiter zum vierten Teil
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