Buchbesprechung: Gaylord de Woolf
Gaylord de Woolf
Verborgene Liebesglut
Broschiert - 243 Seiten - Querverlag
ISBN: 3896560751
12,50 Euro
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Wer Sherlock Holmes sehr mag oder Oscar Wilde, wird sich fragen, warum ich diese beiden Namen ins Feld führe.
Aber tatsächlich ist der Roman irgendwo dazwischen einzuordnen. Der Autor Gaylord de Woolf (quatsch,
das ist natürlich kein Pseudonym;) hat den Roman im historischen England angesiedelt und damit wohl den
ersten schwulen historischen Liebesroman geschaffen. Wenn man bedenkt, dass es Schwule in der Historie nicht
unbedingt einfach hatten, ahnt man viele Probleme die es mit sich bringt, eine schwule Liebesgeschichte dort
anzusiedeln.
Der Anfang wird manchem Leser etwas schwer fallen, denn dort werden die Personen und ihr Umfeld eingeführt.
Aber ist man über die ersten Seiten hinweg, bewegt man sich in einer anderen Welt.
Ein junger Adliger (Lord Wilcox Kellinghurst) langweilt sich mit einem Jugend- und Kriegsfreund, der sich bei
dem Grafen häuslich eingerichtet hat. Der Graf ist Soldat gewesen, aber jung und bereits Waise und nach
dem Französisch-Englischen Krieg mit der Abwehr von Heiratsangeboten beschäftigt. Das kommt auch vom
Nachbargestüt, zumal er seinem Vater auf dem Totenbett versprochen hat, deren Tochter zu heiraten. Ihre
Mutter (geld- und prestigegeil) will das unbedingt und je eher desto besser.
So richtig in Schwung kommt der Graf (und die Handlung) als ein aus den Augen verlorener Kindheitsfreund mitten
in der Nacht eintrifft, und der sieht mittlerweile unverschämt gut aus. Der heißt Philippe, ist
Franzose und ist auf der Flucht, nicht nur im eigenen Land, sondern muß auch in England versteckt
werden.
Fast zeitgleich trifft die heiratswillige Nachbarin ein, die für ein paar Tage erwartet wird. Der Mutter
entgeht das Interesse des Grafen an dem jungen, schönen Philippe nicht und so kommt es in der Folge zu
allem, was man sich wünscht: Neid, Eifersucht und Mißverständnisse, Intrigen, Verrat und
Dummheit.
Wer schon immer auf die schwule Seifenoper, das Groschenheft, den Arztroman gewartet hat: Hier ist der Ritter
in eiserner Rüstung, der als Beschützer der jungen, schönen, verfolgten Unschuld keine Mühe
scheut.
Lattestarre Action ist hier nicht zu finden, obwohl das Titelbild nach unendlicher Potenz riecht: Es ist eher
eine zartrosa Erotik, wie auch der Handlungsort nicht im wirklichen Jahr 1806 liegt, sondern hinter einem
altrosa-durchscheinenden Vorhang zu liegen scheint.
Auf jeden Fall ein Buch für Sommerabende, den Urlaub oder zum Verschenken.
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