"Billy Elliot - I Will Dance"
Kino, DVD (2000)
12,99 Euro
Weitere Infos und günstig bestellen
Pressestimmen
"Es gibt Filme, die einfach nur glücklich machen. Der britische Film 'Billy Elliot - I Will Dance'
wird seine Zuschauer besonders glücklich machen. Denn das Kinodebüt von Stephen Daldry ist
nicht nur von außergewöhnlicher Qualität in allen Belangen, sondern bietet auch eine
zutiefst bewegende Geschichte und das Gesicht eines Jungen, das in Erinnerung bleiben wird."
(Associated Press)
"Aufwendig in Szene gesetztes Drama, das das ganze Spektrum emotionaler Verführungskunst zum
Einsatz bringt. Von der ausgefallenen Kulisse und den ausgefeilten Charakteren weiß der Film
ebenso zu profitieren wie von der mitreißenden Musik." (film-dienst)
Die Story
Der Film "Billy Elliot - I Will Dance" spielt Mitte der Achtziger Jahre im Norden Englands,
in der Gegend um die Kleinstadt Durham; die Bergarbeiter der Region streiken gerade gegen die
drohende Schließung der Kohleminen.
Hier lebt der elfjährige Billy mit seinem Vater Jackie, seinem Bruder Tony und der Großmutter.
Die Mutter ist früh gestorben. Regelmäßig schickt der strenge Vater Billy ins
Boxtraining, obwohl die 50 Pence dafür eigentlich schon zu viel sind; die Bergarbeiterfamilie
lebt aufgrund der finanziellen Not durch den Streik am Rande des Existenzminimums. Beim Boxtraining zeigt
sich jedoch deutlich, dass der sensible Billy für den Kampfsport völlig ungeeignet ist: er
tänzelt um Sandsack und Punching Ball herum oder zappelt im Boxring - und geht im nächsten
Moment k.o.
In der Halle, in der die Jungen boxen, trainiert Mrs. Wilkinson auch ihre Ballettschülerinnen.
Billy fühlt sich angezogenen von den rhythmischen, eleganten und disziplinierten Bewegungen.
Zaghaft sieht er den Mädchen beim Ballett im anderen Teil der Halle zu und irgendwann traut
er sich schüchtern, einfach hinzugehen und mitzumachen; Mrs. Wilkinson erkennt Billys Talent
und nimmt ihn in ihre Gruppe auf. So entdeckt Billy Elliot eher zufällig das Ballett für
sich. Anfangs ist er noch skeptisch, denn eigentlich sollte er ja Boxen lernen; zudem fühlt er
sich von Mrs. Wilkinson schikaniert, doch rasch wird das Tanzen für ihn zur Leidenschaft.
Billy geht von nun an heimlich zum Ballett. Seinem strengen Vater verschweigt der Junge das neue
Betätigungsfeld; offiziell geht er weiter zum Boxen - und die Ballettschuhe werden unter der
Matratze versteckt. Bestärkt in seinem Wunsch, Tänzer zu werden, fühlt sich
Billy allein durch die Erinnerung an seine Mutter, die seine musische Neigung förderte. Der
Vater und der große Bruder würden es jedoch niemals dulden, dass Billy ins Ballett geht.
Doch der Konflikt ist vorprogrammiert, denn in der übersichtlichen Kleinstadt,
wo sich die Minenarbeiter alle durch die Arbeit kennen, bleiben Billys Ballettstunden
nicht ewig verborgen. Es kommt wie es kommen muss: Als sein Vater eines Tages vom Boxtrainer
angesprochen wird, warum sein Sohn nicht mehr zum Training erscheine, kommt Jackie dahinter,
was Billy in der Boxhalle tatsächlich übt; der jähzornige und verbitterte
Vater verbietet den Ballettunterricht. Seiner Meinung nach ist das nur etwas für
Mädchen und Schwule. Er will jedoch, dass aus seinem Sohn ein Boxer wird, damit
er sich später einmal im Leben behaupten kann. Die Vorliebe seines Sohnes für
das Tanzen passt daher so gar nicht in sein männliches Rollenbild.
Billy teilt sein Leid mit dem Schulfreund Michael, der zwar auch erst skeptisch ist,
aber dann versteht, dass es Billys Wunsch ist, zu tanzen. So übt Billy Sprünge
und Pirouetten zwischen Mülltonnen und tristen Backsteinhäusern, tanzt sich
Zorn und Verzweiflung aus dem Leib. Er kickt und springt durch die Hinterhöfe,
legt eine wilde Mischung aus Stepptanz und Ballettfiguren aufs Pflaster, rennt
wütend durch seine Straße und tritt gegen Mauern und Tore, als wolle er
die ganze Elendskulisse in Grund und Boden stampfen, immer begleitet von Michael, der
gerade seine Homosexualität entdeckt und ein Faible für Billy hat.
Die energische und ruppige Mrs. Wilkinson lässt sich von Jackies Verbot jedoch nicht
einschüchtern. Sie sieht in dem Jungen jede Menge Talent und will ihn fördern.
Daher ermutigt sie den Jungen, weiterzutanzen und unterstützt ihn, indem sie ihm heimlich
Privatstunden gibt. Dabei entwickelt sich eine besondere Beziehung zwischen dem unsicheren
Tanzschüler und seiner unwirschen aber herzlichen Lehrerin. Mrs. Wilkinson ist es auch,
die Billy zu einem Vortanzen für die Royal Ballet School in Newcastle fährt.
Billy schafft es in die Auswahl.
Eines Tages sieht Jackie seinen Sohn zum ersten Mal tanzen; nun erkennt er, dass er ihm eine
Chance geben muss - auch auf eine bessere Zukunft, auf ein besseres Leben, denn Billy könnte
es mit dem Tanz aus dem Elend der trostlosen und ärmlichen Arbeitersiedlung schaffen.
Schließlich überwindet der scheinbar hartherzige Mann allmählich seine Vorurteile
und sieht ein, dass sein Sohn ein großartiges Talent besitzt. Der Vater springt über
seinen eigenen Schatten und gibt seinen Widerstand gegen Billys Leidenschaft auf: um die Fahrt nach
für ein Vorstellungsgespräch in London bezahlen zu können, wird er sogar
zum geächteten Streikbrecher. Billy wird angenommen und verlässt die Heimatstadt,
um für seine Ausbildung nach London zu gehen.
Nach einem Zeitsprung von mehreren Jahren endet der Film mit einem großen Ballettabend
in London. Man sieht den erwachsenen Billy Elliot bei einem glanzvollen Auftritt. Er, nun
Ballettstar, bekommt die gebührende Anerkennung und wird respektiert; im Publikum
ein stolzer Vater, ein stolzer Bruder und der schwule Schulfreund.
"Billy Elliot" war im Jahr 2000 einer der erfolgreichsten englischen Filme und für mehrere
Oscars und Baftas (British Academy Awards) nominiert.
Meine Meinung
Der Film reißt den Zuschauer einfach mit und lässt eine ganze Palette
unterschiedlicher Emotionen anklingen, indem er Freundschaft, Träume, Vorurteile
und familiäre Konflikte thematisiert. "Billy Elliot" ist ein zarter Film, gefühlsdicht,
aber unsentimental, ohne kitschige Story, der mich durch seine feine Balance zwischen Humor und Drama,
Rührung und Komik, kleinen stillen und ganz großen überwältigenden Momenten
sehr beeindruckt hat - untermalt von einem mitreißenden Soundtrack. Vor allem die Leistung von
Jamie Bell, der den unsicheren Billy in all seiner Schüchternheit wunderbar und einfühlsam
spielt, ist sensationell. Auch die übrigen Hauptdarsteller sind behutsam ausgewählt und
verleihen dem Film seine Echtheit und Überzeugungskraft, von der er lebt.
Einer dieser kleinen stillen Momente ist daher auch meine Lieblingszene, nämlich die,
in der der schwule Michael Billy in der Weihnachtsnacht die Hände wärmt. Aber mehr
wird nicht verraten. Also, DVD kaufen und anschauen!
Billy Elliot - I Will Dance (Drama, Großbritannien 2000)
Länge: 112 Minuten
Regie: Stephen Daldry
Buch: Lee Hall
Musik: Stephen Warbeck
Darsteller: Jamie Bell (Billy), Julie Walters (Mrs. Wilkinson), Gary Lewis (Jackie), Jamie Draven (Tony), Jean Heywood (Großmutter), Stuart Wells (Michael)
Die offizielle Homepage zum Film (engl.): www.billyelliot.com
Ein Begleitheft zum Download: www.lernort-kino.de/filme/07-billy-elliot/filmheft.pdf
Die DVD ist bei amazon.de für günstige 9,99 Euro erhältlich.
Zurück
|